Geschichte
Im Jahr 1869 gründeten die Herren Handschuh und Schmidt auf dem heutigen Standort der Firma in der Waldheimer Straße in Döbeln eine Blechklempnerei.
Nach kurzer Zeit schied Herr Schmidt aus und Herr Handschuh holte seinen Schwager, den Kaufmann Max Knobloch aus dem Rheinland nach Döbeln und nahm ihn in die Firma auf. Nach dem Tode des Herrn Handschuh führte Max Knobloch die Firma allein unter seinem Namen weiter.
Die Firma stellte feine Haushaltgeräte aus Blech her und wurde zu einem führenden Unternehmen in Deutschland mit Niederlassungen in den wichtigsten deutschen Städten und einer Generalvertretung in Wien für Österreich-Ungarn.
Nach dem Tode von Max Knobloch übernahm Walter Knobloch die Leitung des Familienunternehmens. Nach seinem Tod 1945 wurden seine Firmenanteile an meine Mutter Frau Magdalene Albrecht vererbt, die die Firma gemeinsam mit meinem Vater bis 1972 führte.
Haushaltwaren aus Blech wurden ab 1952 nicht mehr hergestellt. Die Blechverarbeitung jedoch blieb immer das Herzstück des Unternehmens. Dazu kam die Herstellung von Handstaubsaugern und später Industriestaubsaugern.
1956 musste meiner Mutter einer staatlichen Beteiligung am Unternehmen zustimmen, ehe sie 1972 vollständig enteignet wurden und der Betrieb in den volkseigenen Betrieb VEB Gerätebau Döbeln umgewandelt wurde. 1978 verlor er auf Grund staatlicher Maßnahmen seine Selbständigkeit und war seit dem Fertigungsbereich eines größeren Döbelner Betriebes.
Die Wende kam 1990 und mein Mann und ich reprivatisierten das Unternehmen. Der Anfang war schwer und verlangte von uns frischgebackenen Unternehmern und unseren Mitarbeitern Risiko-freude und Tatkraft. Mit den vorhandenen Blech-verarbeitungsmaschinen und der Lackiererei sowie der hochmotivierten Belegschaft wurde der Grundstein zu einer stetigen Weiterentwicklung des Unternehmens gelegt. Begonnen wurde mit der Fertigung von Infrarotstrahlern und Bahnheizkörpern. 1991 fiel die Entscheidung, Briefkästen herzustellen.
Wesentlich wurde die Entscheidung von den Bedürfnissen des Marktes bestimmt, jedoch war auch die Rückbesinnung auf die Wurzeln des Unternehmens von großer Bedeutung.
Von großen und kleinen Rückschlägen abgesehenen, hat sich die Firma derart entwickelt, dass wir heute mit Stolz auf das seit 1990 Erreichte zurückblicken können.
Inzwischen ist unser Sohn, Thomas Kolbe Mitinhaber der Firma und hat wesentlich zu der Erweiterung und Stabilisierung des Kundenkreises im In- und Ausland beigetragen.
Wir liefern in viele europäische Staaten und nach Übersee. Unsere Vertriebsbüros in Berlin und München erinnern an ferne Knobloch-Zeiten und tragen dazu bei, im Inland die Produkte aus dem Hause Knobloch bekannt und begehrt zu machen.
Mit fleißigen und zuverlässigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fertigen wir heute mit moderner Technik sowohl an unserem alten Standort als auch im neu gebauten Fabrikgebäude im Gewerbegebiet in Döbeln unsere Briefkästen, Briefkastenanlagen, Lampen, Klingeln und viele schöne Dinge rund um die Tür. Neu in unserem Sortiment haben wir alles, was der verwöhnte Kunde braucht, um sich in seinem Garten wohl zu fühlen. Unsere Infrarotstrahler sind nach so langer Zeit immer noch im Fertigungsprogramm und werden es wohl auch noch eine Weile bleiben.
Es ist schon etwas Besonderes, auf über 140 Jahre Firmengeschichte zurückblicken zu können.
Es erfüllt uns mit Stolz und Zuversicht, als Familien-unternehmen diesen Weg gegangen zu sein und weiter zu gehen zum Wohle der Familie und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, vor allem aber zum Wohle unserer Kunden.
Erika Kolbe



