Liebe KNOBLOCH-Freunde,
als Hersteller von Briefkästen, Briefkastenanlagen und digitalen Abholstationen zur Aufbewahrung und Verteilung von Waren, wie zum Beispiel auch für Pakete im privaten Umfeld, ist dieses Jahr eigentlich schon wieder – wie die letzten vier Jahre bisher – eine große Herausforderung gewesen. Wir als KNOBLOCH kämpfen uns irgendwie durch. So richtig Freude macht es nicht.
Die Bauwirtschaft in Deutschland gehört zu den Branchen, die vor allen Dingen von langfristigen und nachhaltigen Investitionen leben. Und bei solchen Investitionen ist es ein bisschen so, als wenn man eine zwei Kilometer lange gerade Linie zeichnen möchte: Wenn es am Anfang irgendwelche kleinen Abweichungen gibt, dann merkt man den Ausschlag hinten kolossal.
Das heißt: Gibt es heute Irritationen in der Entscheidungsphase zu Investitionen, weil vielleicht in der Zukunft irgendwelche Unwägbarkeiten drohen, dann trifft der Investor lieber keine als eine falsche Entscheidung.
Und genauso läuft es aktuell in der Bauwirtschaft. Und das schon seit Jahren.
Der Hauptgrund der Branchenprobleme ist nicht, dass wir Schwierigkeiten bei der Energieversorgung, Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Baustoffen, einen demografischen Wandel und damit Fachkräfteprobleme oder auch gestiegene Bauzinsen haben. Das alles spielt natürlich eine Rolle, zumindest um kurzfristige Entscheidungen zu treffen.
Für die langfristigen und eben damit grundsätzlichen und strategischen Entscheidungen in der Bauwirtschaft ist die Zukunftssicherheit der entscheidende Punkt. Der alles entscheidende Punkt. Und genau daran hapert es.
Wir haben nicht nur international einfach zu viele irrationale Elemente in dieser Welt. (Und ich habe inzwischen die Hoffnung aufgegeben, dass das anders wird, denn auch an diese Art, Politik zu machen, haben wir uns erschreckend schnell gewöhnt.) Nein, wir schaffen es auch nicht in unserem eigentlich so stabilen, unfassbar reichen und bislang so erfolgreichen Land, rational, sauber und strategisch überlegt in die Zukunft zu starten. Stattdessen denken wir in Legislaturperioden, hüpfen von einem aktionistischen Thema zum nächsten, setzen falsche oder, noch schlimmer, keine Prioritäten und am Ende bleibt eines übrig: Unsicherheit. Und das ist spürbar.
Genau das macht aus einem eigentlich intakten Markt wie dem Bereich der Wohnungswirtschaft, des Wohnungsbaus und des Sanierens plötzlich einen Markt, der in Schwierigkeiten steckt. Die Nachfrage ist insbesondere in den Metropolregionen enorm groß. Deutschland ist in den letzten Jahren hinsichtlich seiner Einwohnerzahl gewachsen. Die Wohnsituation und die Wohnungsbedürfnisse haben sich zudem geändert.
Das heißt: Wir stehen hier mit der Wohnungswirtschaft in einem Bereich, der nicht nur sehr solide und stabil ist, sondern sogar deutlich wächst. Und trotzdem ist auf diesem Markt momentan nahezu Stillstand angesagt.
Wobei, auch das stimmt nicht ganz. Es ist eher ein deutlicher Rückschritt.
Angetreten mit dem Plan, 400.000 neue Wohnungen pro Jahr zu bauen, weil genau das in etwa den Bedürfnissen der Menschen in unserem Land entspricht, sagt die aktuelle Prognose im schlechtesten Fall für 2026 gerade einmal noch 185.000 neue Wohnungen voraus.
Und da der Neubau immer nur die Spitze des Eisbergs ist und darunter die deutlich größere Sanierung liegt, ist genau dieser Eisberg so ein bisschen wie im arktischen Sommer: Er schmilzt.
Allerdings, und das ist gewiss, wird nach dem Schmelzen auf jeden Fall wieder ein Aufbau kommen. Denn der Markt existiert und unterliegt eben nicht einem Transformationsprozess wie beispielsweise im Automobilsektor.
Nun klingt das alles andere als optimistisch. Und ich hatte mal geschrieben, dass selbst die Sorgen in der Sonne schöner erscheinen. Und so ist es natürlich auch in diesem Sommer.
Und wir wären auch nicht KNOBLOCH, wenn wir uns von dieser Situation entmutigen ließen.
Wir haben tolle Mitarbeiter, die den Markt intensiv, mit viel Energie und Lust betreuen und jede Chance, die sich uns bietet, auch tatsächlich nutzen. Und wir haben ein starkes Team, das die Aufträge, die wir von Ihnen entgegennehmen dürfen, dann auch in fertige Produkte umsetzt. Also eben genau in unsere Briefkastenanlagen, unsere Briefkästen für das Ein- und Zweifamilienhaus, unsere Paketkästen oder auch unsere digitalen Abholstationen für Sie. Das heißt: Wir kämpfen uns durch diese Widrigkeiten und klettern den Berg kontinuierlich einfach hoch.
Danke dafür, dass Sie das möglich machen!
Wir freuen uns jetzt gemeinsam mit dem einen oder anderen nicht ganz so hitzebeständigen Menschen, dass dieser Sommer so langsam zum Ende geht. Denn danach kommt der für uns so spannende heiße Herbst. Das heißt: die absolute Hochsaison für alle Hersteller von Bauelementen, die eher am Ende einer Baukette stehen – wie eben unsere Briefkästen.
Ich hoffe, Sie sind bisher gut durch dieses Jahr gekommen, haben den Sommer genießen können und genießen auch den August aus vollen Zügen. Haben Sie friedliche, wundervoll erfüllte und gesunde Tage.
Beste Grüße aus KNOBLOCH City
Thomas Kolbe